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Kapitel 2 › Einheit 2: IGOR und Cynefin in der Praxis - Hilf Marc bei der Anwendung Aufgabe einblenden Aufgabe ausblenden

IGOR und Cynefin in der Praxis - Hilf Marc bei der Anwendung

In den vergangenen Einheiten hast du zum Einen gelernt, in welche Phasen sich Innovationsprojekte einteilen lassen (IGOR-Modell) und zum Anderen, welche Vorgehensweisen es gibt, um Entscheidungen zu fällen (Cynefin-Modell).

Nachdem du in der ersten Aufgabe das Scheitern des Fahrgemeinschaftsprojekts von Schulz & Söhne aus deiner eigenen Erfahrung betrachtet hast, hast du nun zwei Modelle zur Hand, die dir ggf. weitere Fehler in der Projekt-Durchführung aufzeigen können.

Bitte wirf daher einen erneuten kritischen Blick auf das Fahrgemeinschaftsprojekt der Schulz & Söhne AG:

  1. Welche Fehler wurden möglicherweise gemacht, weil nicht die spezifischen Anforderungen bestimmter Innovationsphasen berücksichtigt wurden? (IGOR-Modell)
  2. Inwiefern hat ggf. das Entscheidungsverhalten zum Scheitern geführt, weil Rahmenbedingungen und Vorgehen nicht zusammengepasst haben? (Cynefin-Modell)

Beantworte die Fragen in deinem Logbuch.

Wenn du mit deiner eigenen Lösung fertig bist, gib mindestens zwei anderen Teilnehmern konstruktives Feedback zu ihren Antworten. Zum Beispiel kannst du ihre Sichtweise herausfordern, neue Aspekte hinzufügen oder ihre Gedanken weiterdenken. Dein Feedback sollte so gestaltet sein, dass es zu einer interessanten Diskussion zwischen dir und den anderen Teilnehmern einlädt.

IGOR und Cynefin in der Praxis

3 Kommentare
  1. In der Invent-Phase des IGOR-Modells muss ein Geschäftsmodell gefunden und vor allem bewiesen werden. Indem Schulz & Söhne den Beweis vernachlässigte, nahm das Unternehmen dem Projekt das Fundament überhaupt in die nächste Phase des Modells übergehen zu können. Das Innovationsprojekt ist also schon in der ersten Phase gescheitert.
  2. Schulz & Söhne legt ein deterministisches Entscheidungsverhalten an den Tag, indem sie denken, die Zukunft zu kennen. Sie betrachten ihr Projekt als eine komplizierte Entscheidungssituation, obwohl sie eigentlich komplex ist. Diese Situation erfordert eine komplett andere Vorgehensweise.

Kommentare

Hallo Torben,

Punkt 2 stimme ich überein.

Bei Punkt 1 ein Hinweis:
nach meinem Verständnis handelt es sich um eine gescheiterte "Re-Inventphase" eines bereits etablierten Unternehmens, das zu starr in seinen Strukturen ist, um ergolgreich auf den veränderten Markt zu reagieren. Stefan erklärt es mit dem Begriff "Das Innovatoren-Dilemma" im letzten Drittel des Videos und bezieht sich dabei auf den Fall von früheren Weltmarktführern.

Allerdings habe ich das IGOR Modell auf der Ebene "Phasen des Unternehmens" betrachtet. Wenn es allein auf die Produktidee "Fahrgemeinschaft" angewandt wird, dann stimmt das wiederum, dass dieses konkrete Innovationsprojekt bereits in der ersten Phase gescheitert ist.

Viele Grüße!

vor 8 Monaten

Hallo Torben,
bei Punkt 2 schwanke ich gerade, ob wir es mit einer komplexen oder chaotischen Situation zu tun haben. Was waren Deine Kriterien, um diese Situation als komplex zu bewerten?
Lieben Gruß

vor 6 Monaten

Hallo Pamela, Hallo Gerd,

entschuldigt die verspätete Antwort, aber so ergibt sich doch eine gute Gelegenheit, um zu testen, was wir noch wissen.

IGOR:
Ich sehe bei diesem Modell die vertikale Achse als Reifegrad eins Produktes bzw. eines Innovationsprojektes und nur im Einzelfall als Reifegrad des gesamten Unternehmens. Betrachtet man ein diversifiziertes Unternehmen, können lediglich einzelne Produkte oder Services in das Modell eingeordnet werden. Aufgrund der verschiedenartigen Angebotsvielfalt kann es nur schwer in seiner Gesamtheit einer spezifischen Phase zugeordnet werden. Bezieht man sich allerdings auf junge Startups, die mit zunächst lediglich einem Geschäftsmodell an den Markt treten, kann man auch vom gesamten Unternehmen sprechen.

Cynefin:
Ich bewerte die Situation primär als komplex, weil ich denke, dass rückblickend logische Ursache-Wirkungszusammenhänge ersichtlich werden. Im Kern sieht man sich einer grundlegend neuen Situation gegenüber, in der man weder auf eigene Erfahrung noch auf Experten zurückgreifen kann. Man muss den Mut zu eigenen Hypothesen haben, diese testen und anschließend ehrlich bewerten. Grundsätzlich gilt, dass viele Wege zum Ziel führen. Das Geschick besteht wohl darin, den effizientesten zu finden. Eine chaotische Situation sehe ich als äußersten Extremfall. Erst wenn ich zwischen meinen Maßnahmen und Ergebnissen absolut keine Muster und keine Logik entdecken kann, würde ich von solch einer Situation sprechen.

Was meint ihr dazu?

Beste Grüße
Torben

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