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Klimawandel und seine Folgen

Kapitel 2 › Einheit 2: Modell vs Szenario Aufgabe einblenden Aufgabe ausblenden

Modell vs Szenario

Was ist der Unterschied zwischen einem Modell, einem Szenario und einer Prognose?
Wo findest Du in Deinem Alltag Modelle, Szenarien und Prognosen?
Hier kannst Du jetzt zum ersten Mal das Logbuch benutzen. Poste also Deine Beispiele dort.

Szenario - Modell - Prognose.

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RCP-Szenarien sind die Klimaänderungsszenarien der neuesten Generation. Szenarien sind generell in sich konsistente und plausible Zukunftsbilder. RCPs nehmen ganz allgemein die Faktoren, Parameter, Systembeziehungen, Interdependenzen aus der Klimawandel-Diskussion auf und versehen das so definierte Gesamtgefüge mit Annahmen über exogene Einflüsse politischer, demografischer, technologischer, kultureller Natur etc.
Die in den RPCs beschriebenen Szenarien entsprechen der Bandbreite der möglichen zukünftigen Emissionsverläufe. Für den Zeitraum 1860 bis 2005 entspricht der Verlauf der Treibhausgas-Konzentrationen der beobachteten Vergangenheit. Für die Zeit von 2006 bis 2100 entsprechen die RCPs den möglichen Zukünften. Je nach Bevölkerungsentwicklung, Entwicklung der Energieproduktion, der Nahrungsmittelproduktion und Landnutzung ergeben sich unterschiedliche Emissionsverläufe.
An dieser Stelle ergibt sich das Zusammenwirken von Szenario und Klimamodell. Mit einem einfachen Kohlenstoffkreislauf-Klimamodell wurden auf Basis der RCPs die passenden Verläufe der CO2-Konzentration sowie der Konzentration anderer Treibhausgase und Aerosole berechnet. Das Klimamodell wird so in einen gesellschaftlichen Kontext versetzt. Je nach RCP-Leitszenario ergab sich ein Anstieg bei der Strahlungsbilanz um 2,6 bis 8,5 W/m2 bis zum Jahr 2100. Entsprechend heißen die Leitszenarien RCP2.6, RCP4.5 und RCP8.5. Die RCPs wurden für die Abschätzung langfristiger Entwicklungen bis zum Jahr 2300 weitergerechnet.
Während ein Modell und eine Prognose möglichst realitätsbezogene Aussagen treffen, treten Szenarien im Plural auf und bilden verschiedene Alternativen ab, die unter der Maßgabe unterschiedlicher Annahmen und unterschiedlich definierter Interdependenzen im System alle als mögliche relevante Zukünfte eintreten können. Das Szenario ist kein Komplex an Gleichungssystemen wie das Modell, sondern basiert auf der Berechnung einer Cross-Impact-Matrix der relev. Einflussfaktoren.

Ein Modell in der Klimaforschung stellt die wichtigsten Faktoren und Parameter des Klimasystems in eine möglichst realitätsnahe Beziehung zueinander und bildet so das Klimasystem in seiner interdependenten Gesamtheit vereinfacht ab. Ausgedrückt werden die Beziehungen durch math. Gleichungen. Die Modellaussagen basieren auf der Lösung von Gleichungssystemen.
Aber Modelle allein können eines nicht: sie gestatten keinen Blick in die Zukunft. Eben um die Zukunftsentwicklungen und Verläufe zu beschreiben, braucht man Szenarien. In denen werden die Modellzusammenhänge unter Maßgabe definierter exogener Annahmen und historischer Pfade systematisch durchgerechnet.

Eine Prognose trifft auf der Basis der Faktoren und gleichungsbasierten Interdependenzen aus einem Klimamodell und unter Zuhilfenahme der Annahmen über weitere exogene Einflussgrößen und ihrer Wirkungen, wie sie in Klimaszenarien getroffen werden, fundierte wissenschaftliche Aussagen über zukünftige Entwicklungen, Zustände und Verlaufsmuster/Dynamiken im Gesamtsystem Klima. Auf diese Weise werden Handlungsempfehlungen vor allem an die Politik formuliert.

Im Alltag:
Modelle sind die Basis der täglichen Wettervorhersage; sie sind Bestandteil der Verkehrssteuerung, der Steuerung der Telekommunikationssysteme etc.
Szenarien sind v.a. auch Teil der Corporate Forecast Prozesse, von Innovationsprozessen, von Planungsprozessen mit sehr langen Zeithorizonten.
Prognosen spielen in der Forschung eine wichtige Rolle, etwa bei der annahmebasierten Abschätzung von Technologiepfaden, demografischen Entwicklungen, in der Sozialpolitik etc.

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