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Klimawandel und seine Folgen

Kapitel 2 › Einheit 2: Was hast Du bisher über das Ziel oder die Grenze von 2 Grad mitgenommen? Aufgabe einblenden Aufgabe ausblenden

Was hast Du bisher über das Ziel oder die Grenze von 2 Grad mitgenommen?

Was hast Du bisher über das Ziel oder die Grenze von 2 Grad mitgenommen?
Wie schätzt du es ein? Ist es "machbar" - bzw. unter welchen Voraussetzungen ist es machbar?

2 Grad Grenze.

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Die 2 Grad Grenze ist de facto kaum haltbar. Im Synthesebericht der Bundesregierung, von UBA und dt. IPCC-Koordinierungsstelle zum Fünften Sachstandsbericht des IPCC heißt es: „Um die mittlere globale Erwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 66% auf weniger als 2°C zu begrenzen, ist es notwendig, die kumulativen CO2-Emissionen seit 1870 auf etwa 2900 Gt CO2 zu begrenzen. Etwa zwei Drittel davon sind bis zum Jahr 2011 bereits emittiert worden. Das bedeutet, dass nur noch ca. 1000 Gt CO2 übrig sind. Dabei ist berücksichtigt, dass auch andere Treibhausgase zum Klimawandel beitragen. (…) In den von IPCC untersuchten Szenarien ist zur wahrscheinlichen Einhaltung der 2°C Obergrenze eine Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen in allen Sektoren bis zum Jahr 2050 von 40% bis 70% gegenüber dem Jahr 2010 notwendig und Emissionen nahe null bzw. darunter im Jahr 2100.“
Um die Erwärmung auf 1,5 bis 2 Grad begrenzen zu können, müsste die Emissionsreduktion und -vermeidung faktisch sofort verschärft werden. Ein wesentlicher Schritt in Paris wäre das Festschreiben des Ziels der Dekarbonisierung spätestens ab den 2070er/2080er Jahren gewesen. Doch die Dekarbonisierung wurde, vor allem bedingt durch Interessen in Asien sowie in Polen final wegverhandelt, statt dessen greift nun in Zukunft das wesentlich riskantere, weil auslegungsanfälligere Konzept der Klimaneutralität einschließlich Kompensation/Mitigation.
Statt zeitlich und sachlich unmittelbaren Umsteuerns gilt mittlerweile noch bis Ende 2020 das Kyoto-Protokoll, ein vorläufiger Weltklimavertrag, dem die wichtigsten Emittenten-Staaten nie beigetreten sind. Bevor ein neuer Weltklimavertrag im Ergebnis Paris 2015, der dann ab 2021 gelten dürfte, sich in empirische Änderungen auf der Ebene von Energieerzeugung und Carbon Management übersetzen, haben die Systeme Energie, Industrie, Agrar, Mobilität, Gebäudeinfrastruktur etc. aufgrund ihrer strukturellen Trägheit solche nachlaufenden Effekte, dass das C-Budget von 1000 Mrd t sehr wahrscheinlich weit überschreiten werden wird.
Das RCP2.6 ist ein Positivszenario, das politische Opportunität bereitstellt und Handlungsfähigkeit ermöglicht, das ist sinnvoll in puncto intergouvernmentaler o. bilateraler Verhandlungen zur Emissionseindämmung, aber real- und sachpolitisch müssen darüber hinaus Anpassungsmaßnahmen/Mitigationen/Investitionsentscheidungen getroffen werden, die auf absehbare Folgen deutlich jenseits eines 2 Grad Pfades zielen.

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