Logbuch

Active Learning

Wie ich bereits in meinem Post zum Online Student Engagement erklärt habe, ist aktives Lernen Online der Schlüssel, wenn es um die Motivation der Lernenden geht. Was meine ich mit aktiv? Ein Onlinekurs, der mit “aktivem Lernen Online” wirbt, muss seine Kursteilnehmer auch dazu herausfordern beizutragen und zu partizipieren. Eine Möglichkeit dieses zu tun, ist es kleine Aufgaben in die Lernvideos einzuarbeiten. Ein anderer gern benutzter Weg sind Multiple-Choice-Fragen.

Um für effektives Lernen Online Raum zu schaffen, muss ein Onlinekurs jedoch mehr bieten als die Lernenden einfach nur nach der Pfeife des Dozenten tanzen zu lassen. Übungen (freiwillig) und Aufgaben (Pflicht) müssen die Lernenden herausfordern selbst zu denken und kreative Lösungen auf offene Fragen zu finden – nicht nur für ein paar Momente, sondern auch langfristig. Die Lernenden schreiben Essays, bereiten Präsentationen vor, arbeiten an Designs, Spreadsheet-Modellen und Programmieraufgaben. Die Idee ist es, sie aufzufordern und zu ermutigen auch mal über den Tellerrand zu schauen und quer zu denken. So kommen sie auf eigene und oft unerwartete Lösungen.

Beispielsweise hatte eine Studentin aus dem Kurs Design 101 eine einzigartige und kreative Lösung zu folgender Aufgabe:
“Suche dir ein Rezept zum Nachkochen! Heute sollst du dir ein Rezept aussuchen und mit der Community ein Foto deiner Zutaten teilen – nicht mehr, nicht weniger!”
Man würde jetzt erwarten, dass die Kursteilnehmer Lebensmittel und Küchenutensilien verwenden würden, richtig? Aber diese Studentin hat sich dazu entschieden dieser Aufgabe ihre ganz eigene Note zu verleihen. Sie sagte: “Ich werde Pancakes machen, aber eine etwas andere Variante – nämlich aus Filz.” Hier sieht man ihre “Zutaten” zu Beginn des Projektes.

Dieses Beispiel zeigt, wie ein Kurs die Teilnehmer herausfordern kann, quer zu denken, anstatt den Teilnehmern zu sagen, wie man kreativ ist. Aktives Lernen Online sollte genau dieser Art von Herumexperimentieren Raum geben. Anstatt Fakten und Wissen einfach nur zu reproduzieren, sollen das Gelernte in Aufgaben angewandt werden. So können sie zum einen scheitern, aber zum anderen auch Ergebnisse erzielen, die jede Erwartung sprengen.

 

Aktives Lernen Online wird sozial: Das Learning Journal

Der nächste Schritt ist das Einbetten solcher Aufgaben in ein soziales Umfeld. Dafür haben wie das sogenannte Learning Journal kreiert. Das ist ein individueller Kursblog, in dem die Lernenden ihre Lösungen und Projekte teilen, sich Notizen machen und innerhalb der Community diskutieren können. Die Lernenden können dem Learning Journal anderer Peers “folgen”, die für sie besonders inspirierend ist, damit sie auch keine neuen Posts verpassen.

Es gibt verschiedene Stufen in den Privatsphäre-Einstellungen, die es dem Lernenden erlauben, neue Posts als privat, nur für Kursteilnehmer oder öffentlich einzustufen. Öffentliche Posts können als Learning Portfolio dienen, die zeigen, was Lernende in einem Kurs schon alles geschafft und kreiert haben.

Das Kursjournal sammelt alle Kursbeiträge der Teilnehmer. Die Lernenden haben die Möglichkeit, Beiträge zu “liken”, indem sie auf den Heart-Button klicken. Außerdem können sie kommentieren und konstruktives Feedback hinterlassen. Sowohl die Like- als auch die Kommentarfunktion hilft Qualität von Quantität zu unterscheiden. Mit der Filterfunktion können Beiträge nach Datum oder “most liked” sortieren. Außerdem kann nach Beiträgen von bestimmten Kursteilnehmern gesucht oder nach Kapiteln sortiert werden.

active learning

Ein Beispiel für aktives Lernen Online aus dem Kurs „Visual Thinking for Business“

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