feedbackkultur in der online bildung

Multiple Choice ist so etwas wie eine Grundprinzip in der Welt des Corporate Digital Learning – es taucht in fast allen Lernprodukten auf. Viele, auf dem Internet-basierende Kurse bieten Multiple Choice als ihre einzige Aktivität an, neben dem gelegentlichen Klicken von “Next”, um von Seite zu Seite zu springen. Wir sehen Multiple Choice nicht so sehr als eine Lernkontrolle (summative Evaluation), sondern als eine Bewertung des Lernprozesses (formative Evaluation). Quizfragen bieten ein sofortiges Feedback zum Wissen und Verständnis. Zur Zeit bietet die iversity Plattform drei verschiedene Quizarten an: Single Choice, Multiple Choice und Essay-Antworten.

Um zu vermeiden, dass die Fragen nicht einfach nur irgendeine logische Übung sind, muss in jedem Kapitel klar das Lernziel definiert sein. Multiple-Choice-Fragen sollten demnach genau auf diese Lernziele zugeschnitten sein, damit auch nur das getestet wird, was wirklich relevant ist.

Gute Multiple-Choice-Fragen bestehen aus drei Komponenten

Einleitung und Fragen

  • Kontext nennen und Erklärungen bieten, bevor Fragen gestellt werden

Antworten

  • richtige Antwort mit 2-4 falschen Antworten (Ablenkung) zum auswählen

Feedback

  • detailliertes Feedback  zu jeder Frage mit Erklärung

Einleitung und Fragen

Die Lernziele müssen am Anfang des Kapitels klar formuliert sein, auch in der Sprache, in der der Kurs angeboten wird. Gleichzeitig sollte die Formulierung der Frage nicht die Antwort erahnen lassen. Die Einleitung gibt alle notwendigen Informationen, die für die Beantwortung der Frage relevant sind ohne Hinweise zu geben.

Multiple-Choice-Fragen sollten folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Einfache und positive Formulierung, die Verwirrung ausschließt
  • Kombination von Fragen vermeiden, damit klar ist, welche Frage beantwortet werden soll
  • Keine banalen Fragen! Die Lernziele sollen durch die Fragen klar reflektiert werden. Reproduktion von Fakten bei zu einfachen Fragen ist nicht nur nutzlos, sondern frustriert und demotiviert auch.

Optionen bei Fragen

Sobald die Frage korrekt formuliert wurde, bedarf es der zugehörigen Antwort. Mit dieser im Hinterkopf, ist es leichter zwei bis vier ablenkende Antworten zu erfinden. Die Qualität und Effektivität des Multiple-Choice-Tests hängt von der Qualität der Antwortmöglichkeiten ab. Die Frage kann gut formuliert sein, aber wenn die richtige Antwortmöglichkeit zu offensichtlich ist, dann fordert man seine Kursteilnehmer nicht genügend heraus, um langfristiges Verständnis zu erzielen.

Antworten Checkliste – Antwortmöglichkeiten sollten folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Grammatikalische Struktur und Länge sollten ähnlich sein. Wenn die richtige Antwort ausführlich formuliert und die falschen kurz und knapp, dann ist es zu offensichtlich.
  • Ausdruck sollte präzise, aber in einfacher Sprache sein, denn es handelt sich nicht um einen Sprach- oder Logiktest (es sei denn, es ist genau ein Test dieser Art).
  • Antworten wie “alle oben genannten” und “keine der oben genannten” vermeiden! Das sind sehr einfache Ablenkungsmöglichkeiten. Wenn man sie verwendet, dann sollten sie auch ab und zu die richtige Antwort sein.
  • Wörter wie “immer” oder “nie” vermeiden! Sie mindern die Wahrscheinlichkeit, dass eine Antwort richtig ist und das Raten erleichtert.
  • Fachjargon vermeiden, oder wenn er benutzt wird, dann in allen Antworten vorkommen lassen.
  • Sätze kopieren und nur ein Wort verändern. Lieber in der Frage “…” einfügen und in den Antwortmöglichkeiten verschiedene Lückenfüller anbieten.
  • Gleichmäßige Verteilung der richtigen Antwort, damit diese nicht immer an gleicher Stelle steht.

Ablenkungsantworten sollten:

  • plausibel sein. Aus der Perspektive des Lernenden – was sind plausible Irrtümer? Was klingt richtig, ist aber falsch? Nach dem Motto: was ist schwerer – eine Tonne Stahl oder eine Tonne Federn?
  • anders sein als die richtige Antwort, um sich gegenseitig ausschließend und unterscheidbar zu sein.

Automatisches und sofortiges Feedback

Wenn eine Frage beantwortet wurde, sollte der Lernende sofortiges Feedback erhalten. Eine einfache Ja/Nein-Antwort ist da aber nicht genug, weil es ein tiefergehendes Verständnis nicht anregt. Die Lernenden machen dann schnell ein Ratespiel aus den Fragen. Hilfreiches Feedback beinhaltet detaillierte Erklärungen, warum eine Antwort falsch ist, ohne dabei die richtige Antwort zu verraten, sondern höchstens einen Hinweis zu geben. Es dauert sich solche Antworten auszudenken, aber es hilft den Lernenden das Gelernte wirklich nochmal zu reflektieren.

Außerdem ist es wichtig zu erklären, warum eine Antwort richtig ist, damit die Lernenden die richtige Antwort nicht aus falschen Gründen auswählen.

 

 

 

 

 

 

 

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