effektive Lernvideos

Die Produktion von effektiven Lernvideos kann in verschiedenster Weise angegangen werden – von Hollywoodfilmen bis zu Selfie-Videos. Im Folgenden haben wir ein paar wichtige Grundlagen zusammengestellt.

Kamera

Um ein professionelles und qualitatives Lernvideo zu produzieren, braucht man eine Full HD Kamera mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Man sollte auch immer sichergehen, dass genügend Speicherplatz und extra Batterien oder Akkus vorhanden sind.

Empfohlene Kameras: Canon EOS, Nikon D, Sony HDR

Videoformat

Qualitative HD Videos

  • 16:9 Fomat
  • H.264 Codec oder ähnliches
  • Empfohlen 1920 x 1080 (1080p oder 1080i), mindestens 1280 x 720 p
  • Unterstützte Dateiformate: mp4. M4v, flv, avi, ,pg, mov, etc.

Ton

In einem Lernvideo ist der Ton von besonderer Bedeutung. Man könnte sogar behaupten, dass er der wichtigste Aspekt in einer Lernvideoproduktion ist.

Hier sind ein paar Richtlinien:

  • Unbedingt ein externes Mikrofon benutzen
  • Vor der Aufnahme die Lautstärkeeinstellungen überprüfen
  • Probeaufnahmen machen und von einem Dritten Feedback einholen
  • Bei Draußenaufnahmen ist ein Mikrofon empfehlenswert, dass an die Jacke angebracht werden kann

Empfohlene Einstellung für die Aufnahme: 48 kHz und 24 bit

Licht

Wir empfehlen die Standard 3-Punkt-Beleuchtung zu nutzen. Wer lieber natürliches Licht verwenden möchte, muss nur darauf achten, dass sich die Sonne bewegt und die Lichteinstellungen sich somit ständig verändern.

3-Punkt-Beleuchtung: Hintergrundbeleuchtung, Spotlight, Aufhelllicht

Mehr Infos zum Thema:

Three Point Lighting Explained

3-Point-Lighting YouTube Tutorial 

Allgemeine Tips zur Präsentation:

Man muss sich bewusst sein, dass die Körpersprache in einem Video anders wirkt als im Vorlesungssaal.

  • Vorbereitung ist alles – am besten mit einem Skript. Was genau soll in dem Video vermittelt werden? Das Wichtige sollte in der Lektion klar zur Geltung kommen. Auswendiglernen des Skriptes und Üben hilft bei der finalen Aufnahme. Im Skript empfiehlt es sich Anfangs- und Endsätze einer Szene auszuschreiben, der Rest muss nicht ausformuliert sein. Jeder kann aber selbst entscheiden, ob er lieber mit Stichpunkten oder Fließtext arbeitet.
  • Entspannen und Lächeln – Einatmen und Ausatmen mit einem Lächeln am Ende wirkt wahre Wunder. Eine ruhige Atmung während der Aufnahme ist wichtig. Niemals den Atem anhalten und das Blinzeln nicht vergessen! Das ist wichtig, damit die Augen stets befeuchtet werden und man somit wach und fit aussieht.
  • Körpersprache – ein bisschen Bewegung ist okay, aber zu viel lässt einen nervös wirken. Die Nutzung der Hände und eine gute Intonation, um entscheidende Statements hervorzuheben, sind empfehlenswert, aber nicht zu übertreiben. Wer steht, sollte darauf achten, dass das Vor- und Zurückwippen vermieden wird. Eine bequeme Haltung erzielt man mit ca. 15cm Abstand zwischen den Füßen, einem ausbalancierten Gewicht und entspannten Schultern. Wer auf den Ballen steht, riskiert das Gleichgewicht zu verlieren. Wer während der Aufnahme sitzt, sollte sich nur leicht vorlehnen, Schultern zurücknehmen und aufrecht sitzen, ohne dabei aber zu steif auszusehen.
  • Direkter Blick in die Kamera – man sollte sich vorstellen, dass die Kamera eine Person ist, mit der man eine Konversation führt. Die Kamera sollte leicht über der Augenhöhe positioniert sein.
  • Bei Tablet Capture – da ist es, als würde man neben einem Studenten sitzen und den Lehrstoff erklären.
  • Sich Zeit nehmen – Nicht den Aufnahmeknopf drücken und sofort loslegen. Lieber 2 bis 3 Sekunden warten, denn das ist auch für die Post-Produktion einfacher.
  • Es ist ein Prozess – man sollte lieber ein paar mehr Aufnahmen machen, sich das Ganze anschauen, reflektieren und gucken, was geht und was nicht.

Basiert auf:

Wendy Scharfmann 

Die Regeln qualitativer Videoproduktion

Es gibt ein paar Regeln, um gute Videos zu produzieren. Hier sind die Basics:

  • Wissen, was man filmen will! – Die Erstellung eines Plans (Storyboard), für was man wann sagen will, ist äußerst relevant.
  • Das Objekt wird bewegt, nicht die Kamera! – Die Kamera sollte immer still gehalten werden, denn alles andere wirkt unprofessionell. Am besten eignet sich ein Stativ.
  • Am Zoom sparen! – Den Zoom nur benutzen, wenn er notwendig ist, sonst wirkt es schnell nervös. Wenn bestimmte Punkte in den Vordergrund gerückt werden sollen, kann ein Zoom von Bedeutung sein, aber der Zoom muss sitzen; lieber vorher ein paar Mal ausprobieren.
  • Jede Szene braucht ein bisschen was Extra! – Drandenken, dass jede Szene am Anfang und am Ende ungefähr 3 Sekunden Puffer bekommen sollte. Das ist für die Post-Produktion sehr empfehlenswert.
  • Jede Szene braucht Licht! – Niemals gegen das Licht filmen! Wer drinnen filmt, muss an gute Ausleuchtung denken!
  • Wer redet? – Während einer Aufnahme ist absolute Stille das A und O. Nebengeräusche können extrem nervig sein.

 

 

 

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Effective Learning Videos

Wie ich in vorherigen Posts bereits erklärt habe, geht es in einem guten Kurs um mehr als nur effektive Lernvideos. Aber das bedeutet nicht, dass qualitativer Inhalt (wie effektive Lernvideos) nicht wichtig ist. Im Prinzip können Kursinhalte durch verschiedenen Formaten vermittelt werden:

  • Videolektionen
  • Audiolektionen
  • Texte
  • Bilder
  • Diagramme
  • Infographiken etc.

Da wir zum Thema Video die meisten Fragen erhalten haben und das auch am meisten ins Budget geht, soll sich dieser Post um das Thema drehen.

Video aus einem Kapitel von Visual Thinking for Business auf iversity

Zuerst einmal bedeutet ein guter Onlinekurs nicht nur gute Vorlesungen vom Band! Sie bieten viel mehr für beide Seiten: der Dozent hat mehr Möglichkeiten und die Lernenden können mehr mitnehmen. Effektive Lernvideos unterscheiden sich von herkömmlichen Vorlesungen auf vielen Ebenen, denn ein Video zu erstellen ist etwas völlig anderes als eine Vorlesung vorzubereiten. Das ist in etwas so ähnlich wie der Unterschied ein Theaterstück aufzuführen oder einen Film zu drehen.

Eine Vorlesung zu halten, ist ein einmaliges Event. Es findet an einem festgelegten Ort (Klassenzimmer oder Vorlesungssaal) zu einer spezifischen Zeit jede Woche statt. Sobald die Vorlesung gehalten wurde, ist es aus und vorbei und man sieht es nicht noch einmal.

Im Gegensatz zu Vorlesungen, kann man effektive Lernvideos in zufälliger Reihenfolge erstellen, über einen längeren Zeitraum verteilt und an den verschiedensten Orten. Man ist nicht länger an den Vorlesungssaal oder die Tafel gebunden. Man kann mehrere Dozenten einbeziehen. Und wenn man einen Ausflug machen möchte, kann man alle seine Kursteilnehmer mitnehmen.

Es gibt auch einen Unterschied im Maßstab. Wenn man eine Vorlesung vor 400 Studenten hält, dann macht man das vor allen zur gleichen Zeit. Wenn man hingegen ein Lernvideo erstellt, baut man eine eins-zu-eins-Beziehung mit dem Lernenden auf. Man unterrichtet tausende Teilnehmer, aber jeden einzeln. Der Dozent wird somit ein individueller Tutor.

Zum Schluss kann man ein Video in der Post-Produktion nachbearbeiten. Sobald man eine Vorlesung beendet hat, kann man nichts mehr daran ändern, aber wenn man ein Video erstellt, kann man kleine Fehler korrigieren, peinliches Schweigen wegradieren und kleine Teile zusammenfügen. Außerdem kann man Animationen und visuelle Metaphern hinzufügen, um somit das Verständnis und die Retention zu erleichtern.

 

Sechs verschiedene Typen von effektiven Lernvideos

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Videomaterial für Lernvideos zu nutzen:

  • Story-based Video
  • Dokumentation
  • Studioproduktion
  • Improvisation / Low-Budget
  • Tablet Capture
  • Animation

 

Story-based Video

Eine erfundene Geschichte stellt den Lernenden in den Mittelpunkt des funktionalen Kontexts. Sich durch das Kursmaterial zu arbeiten, ist somit nicht nur ein kognitive Herausforderung, sondern auch eine emotionale Erfahrung. Dieser Ansatz ist besonders effektiv um eine Grundmotivation aufzubauen – erst recht, wenn der Lernende extrem beschäftigt ist und äußerlich kaum Motivation zeigt Kurse abzuschließen.

Auf einer Geschichte basierende Anleitung aus Agile Management auf iversity

Vor- und Nachteile

+ Emotionen erzeugen Neugierde
+ Story unterstreicht die Wichtigkeit der Thematik
– hoher Arbeitsaufwand (Skript, Produktion, etc.)
– Arbeit mit verschiedenen Schauspielern ist teuer und umfangreich
– nachträgliches Filmen von Material ist umständlich

Dokumentation

In manchen Situationen ist es vorteilhaft direkt vor Ort, draußen oder drinnen, zu filmen  – ähnlich wie bei einer Dokumentation. Die Szenerie bestimmt auch die Atmosphäre.

Draußen

Draußenaufnahme aus Social Innovation auf iverstiy

Drinnen

Innenaufnahme aus Predictive Analysis auf iversity

Vor- und Nachteile

+ es ist authentisch direkt am Ort des Geschehens zu sein
+ verschiedene Experten können an unterschiedlichen Orten aufgesucht werden, die wiederum vielseitige Perspektiven präsentieren – undenkbar in einem Klassenzimmer
– teuer (Reisekosten, Genehmigungen, etc.)
– professionelles Equipment und eine erfahrene Crew werden gebraucht
– nachträglichen Filmen von Material ist schwierig

Studioproduktion

Studioproduktionen erlauben mehr Kontrolle über die einzelnen Einstellungen. Außerdem arbeitet man in einer professionellen Umgebung, was ein qualitativ hochwertigeres Produkt zur Folge hat. Das ist besonders empfehlenswert, wenn man einen guten und erfahrenen Redner vor der Kamera hat, der den Zuschauer mit der richtigen Intonation, Mimik, Gestik und Körpersprache begeistert.

Studio mit Greenscreen und Post-Produktion

Studio mit Greenscreen und Post-Produktion aus Visual Thinking auf iversity

Schreiben auf Plexiglas

Schreiben auf Plexiglas von Prof. Frank Slomka auf YouTube

Schreiben auf echtem Papier

Schreiben auf echtem Papier aus Visual Thinking auf iversity

Vor- und Nachteile

+ hochwertiges Produkt
+ Flexibilität in der Nachbearbeitung
+ Professionelle Crew und kontrollierbare Umstände
– kann sehr steril wirken
– teuer
– nachträgliches Filmen von Material ist schwierig

 

Improvisation / Low-Budget

Dieser Ansatz ist konträr zu den vorherigen Möglichkeiten, da er weder striktes Planen noch aufwendige Ressourcen benötigt. Man könnte es auch als das Minimum Viable Product (MVP) in der Produktion von effektiven Lernvideos bezeichnen – günstig, aber wirkungsvoll! Dieses Format ist besonders empfehlenswert, wenn man schnell etwas produzieren muss oder an ein enges Budget gebunden ist.

Textanmerkungen auf Papier

Textanmerkungen auf Papier einer Textinterpretation auf YouTube

Sokratischer Dialog vor einem Whiteboard

Sokratischer Dialog vor einem Whiteboard aus SEOmoz Whiteboard Friday

Selfie Video

Selfie-Video aus Corporate Digital Learning auf iversity

Skype-Interview

Skype Interview aus Social Innovation auf iversity

Vor- und Nachteile

+ schnell und einfach zu produzieren
+ niedrige Produktionskosten
+ nachträgliches Filmen von Material ist einfach
+ authentisch
– evtl. Qualitätsprobleme (Licht, Ton, etc.)

 

Tablet Capture

Das ist ein mittlerweile sehr beliebter Weg effektive Lernvideos zu erstellen mit Hilfe eines Capturing Tools. Alles, was man dafür braucht, ist ein Computer, ein Tablet, ein am Kopf angebrachtes Mikrophon und eine Tastatur. Das Tablet kann sowohl für das Schreiben auf einer leeren Seite als auch für Anmerkungen, Skizzen auf einer Powerpointfolie, einem Bild oder einem Video genutzt werden. Dieser Weg ist besonders praktisch, wenn die Inhalte bis ins kleinste Detail erklärt werden sollen.

Tablet Capture Farbe auf Schwarz

Tablet Capture Farbe auf Schwarz von Khan Academy auf YouTube

Tablet Capture Schwarz auf unechtem Papier

Tablet Capture schwarz auf unechtem Papier aus Jörn Loviscach’s Maths videos auf YouTube

Tablet Capture mit einer eingeblendeten, unechten Hand

Tablet Capture mit eingeblendeter unechter Hand aus How to Build a Start-Up auf Udacity

Vor- und Nachteile

+ schnell, einfach und gut geeignet, um komplexe Inhalte (z.B. Mathe) zu vermitteln
+ transportiert ein eins-zu-eins-Gefühl; Dozent ist ein persönlicher Tutor
+ Produktion kann variabel unterbrochen und fortgeführt werden, da der Sprecher nicht sichtbar ist und die Videos flexibel bearbeitbare sind
+ nachträgliches Filmen von Material ist relativ einfach
– der Lernende wird nur über die Stimme angesprochen
– Handschriften können schwer zu lesen sein

 

Animationen

Animationen sind womöglich das herausforderndste Videoformat aus der Perspektive der Produktion. Zwei Dinge sind ein Muss: sowohl herausragende Kreativität als auch künstlerisches und technisches Know-how. Das tolle ist dann aber letztendlich, dass einfach alles möglich ist bei Animationen. Ein qualitatives Video kann somit Inhalte eindrücklich vermitteln, indem Audio mit visuellen Effekten bestmöglich kombiniert werden, wie zum Beispiel in einem Trailer.

Vorgezeichnete Vorlagen

Vorgezeichnete Vorlagen von simpleshow

Comic Illustrationen im Zeitraffer

Comic Illustration im Zeitraffer von RSAnimate

Digitale Animationen

Digitale Animation von Sofatutor

Kinetischer Text

Kinetischer Text von IDEO for Hackfwd

Vor- und Nachteile

+ gut gemachte Animationen können mitreißend, ansprechend und dicht bepackt mit Inhalt sein
+ bricht komplexe Inhalte herunter mit Hilfe der Kombination aus Text und visuellen Effekten
+ Videos können einfach und erheblich bearbeitet werden, da der Sprecher nicht sichtbar ist
– hoher Zeit- und Kostenaufwand
– erfordert ein hohes künstlerisches und technisches Know-How

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es verschiedene. Wege gibt effektive Lernvideos zu erstellen, die alle zum Erfolg führen können. Beim Auswählen des Ansatzes muss der Kursersteller auf verschiedene Faktoren achten: Erfahrung des Dozenten, Budget, Zeitplan, Zielgruppe …

Und wie bereits schon anfangs erwähnt, ist eine Kombination aus mehreren Formaten oftmals der bewährteste Weg.

 

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