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peer review

Um qualitatives Feedback zu bieten, ist es wichtig in der Online Bildung mit Peer Review zu arbeiten. Unser Peer Evaluation Feature erlaubt es Kursteilnehmern andere Arbeiten zu beurteilen, Feedback zu geben und zu bewerten.

Somit ermöglichen wir allen Lernenden ein qualitatives Feedback für kreative Arbeiten von Partnern zu bekommen – selbst wenn der Kurs tausende Teilnehmer hat. Zur gleiche Zeit laden die Peer Review Übungen auch zu einem wertvollen Perspektivwechsel ein. Die Lernenden schlüpfen in die Rolle des Dozenten und schauen sich die Arbeiten anderer aus einem neuen Blickwinkel an, indem sie das gelernte Konzept reflektieren und die Lernresultate sehen.

peer review

Peer Review in der Online Bildung kann entweder anonym gemacht werden in einer beidseitig anonymen Peer Review, damit es objektiv bleibt, oder als öffentliche Peer Review, in der die Lernenden Feedback auf die Journaleinträge der Anderen geben.

In der anonymen Blind Peer Review werden die Arbeiten zufällig an alle verteilt. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Arbeit eines jungen Teilnehmers von einem Erfahreneren beurteilt werden kann und umgekehrt. Damit wird sicher gestellt, dass Einzelarbeiten von Leuten mit unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen gesehen werden und Lernende andere Sichtweisen annehmen können. Pädagogische Nachforschungen haben gezeigt, dass durchschnittliche anonyme Peer Evaluationen genauso zuverlässig und qualitativ sein kann wie professionelle Bewertung  – vielleicht sogar mehr, da sie objektiver ist als eine individuelle Beurteilung.

Öffentliche Peer Reviews hingegen ermöglichen es jedem auf schnelle Art und Weise die interessantesten Arbeiten zu finden, denn das Learning Journal hat eine Filterfunktion. Die Lernenden können auf individuelle Journaleinträge zugreifen und sie kommentieren, oder sie klicken auf den „Heart-Button“, um besonders herausstehende Einträge anzuerkennen. Besonders, wenn sich die Lernenden mit kontroversen Themen auseinandersetzen, die zu Diskussionen einladen, macht die öffentliche Peer Review den Prozess des Austausches sichtbar.

In jedem Fall ist das Herausfordern der eigenen Perspektive durch das Lesen anderer Arbeiten ein wichtiges Werkzeug, das ein tieferes Verständnis der Kursinhalte ermöglicht.

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Perspektivwechsel anregen

Eine weitere Möglichkeit, die Vorteile des Peer Review Features hervorzuheben, ist heterogenes Matching. Dieses Prinzip basiert auf der Zuordnung von Kursteilnehmern zu unterschiedlichen Charakteristiken, wie zum Beispiel Demographie. Die Lernenden machen zuerst eine demographische Umfrage, die es uns ermöglicht die Teilnehmer auf Variablen basierend wie Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Arbeitserfahrung, Hierarchieebene oder Rolle zusammenzubringen. Dieser Ansatz hilft den Lernenden Probleme aus einem völlig anderen Blickwinkel zu sehen. Wir möchten mit diesem heterogenen Matching das kritische Denken anregen, damit die Lernenden die bestmöglichen Ergebnisse erzielen können.

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Peer Review in der Online Bildung für Essaywettbewerbe

In einem Essaywettbewerb reichen die Lernenden ihre Arbeiten ein, die dann von anderen in der anonymen Peer Review bewertet werden. Die Essays werden dann in einer Rangliste je nach Beurteilung aufgestellt und die Kursteilnehmer können ihre Arbeiten mit anderen teilen. Das Schreiben von Essays ist ein großartiger Weg an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten und sie auszubauen – und das nicht nur im Schreiben, sondern auch im kritischen Denken. Des Weiteren fördert es das selbstständige Denken, stärkt das sorgfältige Vorbereiten und Strukturieren der zu schreibenden Arbeit. Diese Fähigkeiten werden noch verbessert, wenn man andere Essays liest und kommentiert, denn die Lernenden müssen sich für andere Perspektiven, Argumentationen und Schreibstile öffnen. Die Essaywettbewerbe können überhaupt nur durchgeführt werden, weil die Essays unter den Lernenden zur Peer Review selbst verteilt werden. Zusätzlich sind diese Wettbewerbe ein gesunder Weg sich zu messen und somit eine effektive Methode, um die Lernenden zu herausragenden Leistungen zu motivieren und sich selbst inspirieren zu lassen.

Peer Review

Alles in allem, glauben wir, dass Peer Review in der Online Bildung ein effektives Werkzeug ist. Nicht nur, weil wir somit qualitatives Feedback liefern können, sondern auch, weil der Prozess des Feedbackgebens auch eine wertvolle und lehrreiche Übung sein kann. Viele verschiedene Personen bringen viele verschiedene Meinungen mit und ermöglichen ein Querdenken untereinander. Diese Konfrontation mit neuen Perspektiven kann zu inspirierende Resultaten führen.

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Active Learning

Wie ich bereits in meinem Post zum Online Student Engagement erklärt habe, ist aktives Lernen Online der Schlüssel, wenn es um die Motivation der Lernenden geht. Was meine ich mit aktiv? Ein Onlinekurs, der mit “aktivem Lernen Online” wirbt, muss seine Kursteilnehmer auch dazu herausfordern beizutragen und zu partizipieren. Eine Möglichkeit dieses zu tun, ist es kleine Aufgaben in die Lernvideos einzuarbeiten. Ein anderer gern benutzter Weg sind Multiple-Choice-Fragen.

Um für effektives Lernen Online Raum zu schaffen, muss ein Onlinekurs jedoch mehr bieten als die Lernenden einfach nur nach der Pfeife des Dozenten tanzen zu lassen. Übungen (freiwillig) und Aufgaben (Pflicht) müssen die Lernenden herausfordern selbst zu denken und kreative Lösungen auf offene Fragen zu finden – nicht nur für ein paar Momente, sondern auch langfristig. Die Lernenden schreiben Essays, bereiten Präsentationen vor, arbeiten an Designs, Spreadsheet-Modellen und Programmieraufgaben. Die Idee ist es, sie aufzufordern und zu ermutigen auch mal über den Tellerrand zu schauen und quer zu denken. So kommen sie auf eigene und oft unerwartete Lösungen.

Beispielsweise hatte eine Studentin aus dem Kurs Design 101 eine einzigartige und kreative Lösung zu folgender Aufgabe:
“Suche dir ein Rezept zum Nachkochen! Heute sollst du dir ein Rezept aussuchen und mit der Community ein Foto deiner Zutaten teilen – nicht mehr, nicht weniger!”
Man würde jetzt erwarten, dass die Kursteilnehmer Lebensmittel und Küchenutensilien verwenden würden, richtig? Aber diese Studentin hat sich dazu entschieden dieser Aufgabe ihre ganz eigene Note zu verleihen. Sie sagte: “Ich werde Pancakes machen, aber eine etwas andere Variante – nämlich aus Filz.” Hier sieht man ihre “Zutaten” zu Beginn des Projektes.

Dieses Beispiel zeigt, wie ein Kurs die Teilnehmer herausfordern kann, quer zu denken, anstatt den Teilnehmern zu sagen, wie man kreativ ist. Aktives Lernen Online sollte genau dieser Art von Herumexperimentieren Raum geben. Anstatt Fakten und Wissen einfach nur zu reproduzieren, sollen das Gelernte in Aufgaben angewandt werden. So können sie zum einen scheitern, aber zum anderen auch Ergebnisse erzielen, die jede Erwartung sprengen.

 

Aktives Lernen Online wird sozial: Das Learning Journal

Der nächste Schritt ist das Einbetten solcher Aufgaben in ein soziales Umfeld. Dafür haben wie das sogenannte Learning Journal kreiert. Das ist ein individueller Kursblog, in dem die Lernenden ihre Lösungen und Projekte teilen, sich Notizen machen und innerhalb der Community diskutieren können. Die Lernenden können dem Learning Journal anderer Peers “folgen”, die für sie besonders inspirierend ist, damit sie auch keine neuen Posts verpassen.

Es gibt verschiedene Stufen in den Privatsphäre-Einstellungen, die es dem Lernenden erlauben, neue Posts als privat, nur für Kursteilnehmer oder öffentlich einzustufen. Öffentliche Posts können als Learning Portfolio dienen, die zeigen, was Lernende in einem Kurs schon alles geschafft und kreiert haben.

Das Kursjournal sammelt alle Kursbeiträge der Teilnehmer. Die Lernenden haben die Möglichkeit, Beiträge zu “liken”, indem sie auf den Heart-Button klicken. Außerdem können sie kommentieren und konstruktives Feedback hinterlassen. Sowohl die Like- als auch die Kommentarfunktion hilft Qualität von Quantität zu unterscheiden. Mit der Filterfunktion können Beiträge nach Datum oder “most liked” sortieren. Außerdem kann nach Beiträgen von bestimmten Kursteilnehmern gesucht oder nach Kapiteln sortiert werden.

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Ein Beispiel für aktives Lernen Online aus dem Kurs „Visual Thinking for Business“

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Multiple Choice ist so etwas wie eine Grundprinzip in der Welt des Corporate Digital Learning – es taucht in fast allen Lernprodukten auf. Viele, auf dem Internet-basierende Kurse bieten Multiple Choice als ihre einzige Aktivität an, neben dem gelegentlichen Klicken von “Next”, um von Seite zu Seite zu springen. Wir sehen Multiple Choice nicht so sehr als eine Lernkontrolle (summative Evaluation), sondern als eine Bewertung des Lernprozesses (formative Evaluation). Quizfragen bieten ein sofortiges Feedback zum Wissen und Verständnis. Zur Zeit bietet die iversity Plattform drei verschiedene Quizarten an: Single Choice, Multiple Choice und Essay-Antworten.

Um zu vermeiden, dass die Fragen nicht einfach nur irgendeine logische Übung sind, muss in jedem Kapitel klar das Lernziel definiert sein. Multiple-Choice-Fragen sollten demnach genau auf diese Lernziele zugeschnitten sein, damit auch nur das getestet wird, was wirklich relevant ist.

Gute Multiple-Choice-Fragen bestehen aus drei Komponenten

Einleitung und Fragen

  • Kontext nennen und Erklärungen bieten, bevor Fragen gestellt werden

Antworten

  • richtige Antwort mit 2-4 falschen Antworten (Ablenkung) zum auswählen

Feedback

  • detailliertes Feedback  zu jeder Frage mit Erklärung

Einleitung und Fragen

Die Lernziele müssen am Anfang des Kapitels klar formuliert sein, auch in der Sprache, in der der Kurs angeboten wird. Gleichzeitig sollte die Formulierung der Frage nicht die Antwort erahnen lassen. Die Einleitung gibt alle notwendigen Informationen, die für die Beantwortung der Frage relevant sind ohne Hinweise zu geben.

Multiple-Choice-Fragen sollten folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Einfache und positive Formulierung, die Verwirrung ausschließt
  • Kombination von Fragen vermeiden, damit klar ist, welche Frage beantwortet werden soll
  • Keine banalen Fragen! Die Lernziele sollen durch die Fragen klar reflektiert werden. Reproduktion von Fakten bei zu einfachen Fragen ist nicht nur nutzlos, sondern frustriert und demotiviert auch.

Optionen bei Fragen

Sobald die Frage korrekt formuliert wurde, bedarf es der zugehörigen Antwort. Mit dieser im Hinterkopf, ist es leichter zwei bis vier ablenkende Antworten zu erfinden. Die Qualität und Effektivität des Multiple-Choice-Tests hängt von der Qualität der Antwortmöglichkeiten ab. Die Frage kann gut formuliert sein, aber wenn die richtige Antwortmöglichkeit zu offensichtlich ist, dann fordert man seine Kursteilnehmer nicht genügend heraus, um langfristiges Verständnis zu erzielen.

Antworten Checkliste – Antwortmöglichkeiten sollten folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Grammatikalische Struktur und Länge sollten ähnlich sein. Wenn die richtige Antwort ausführlich formuliert und die falschen kurz und knapp, dann ist es zu offensichtlich.
  • Ausdruck sollte präzise, aber in einfacher Sprache sein, denn es handelt sich nicht um einen Sprach- oder Logiktest (es sei denn, es ist genau ein Test dieser Art).
  • Antworten wie “alle oben genannten” und “keine der oben genannten” vermeiden! Das sind sehr einfache Ablenkungsmöglichkeiten. Wenn man sie verwendet, dann sollten sie auch ab und zu die richtige Antwort sein.
  • Wörter wie “immer” oder “nie” vermeiden! Sie mindern die Wahrscheinlichkeit, dass eine Antwort richtig ist und das Raten erleichtert.
  • Fachjargon vermeiden, oder wenn er benutzt wird, dann in allen Antworten vorkommen lassen.
  • Sätze kopieren und nur ein Wort verändern. Lieber in der Frage “…” einfügen und in den Antwortmöglichkeiten verschiedene Lückenfüller anbieten.
  • Gleichmäßige Verteilung der richtigen Antwort, damit diese nicht immer an gleicher Stelle steht.

Ablenkungsantworten sollten:

  • plausibel sein. Aus der Perspektive des Lernenden – was sind plausible Irrtümer? Was klingt richtig, ist aber falsch? Nach dem Motto: was ist schwerer – eine Tonne Stahl oder eine Tonne Federn?
  • anders sein als die richtige Antwort, um sich gegenseitig ausschließend und unterscheidbar zu sein.

Automatisches und sofortiges Feedback

Wenn eine Frage beantwortet wurde, sollte der Lernende sofortiges Feedback erhalten. Eine einfache Ja/Nein-Antwort ist da aber nicht genug, weil es ein tiefergehendes Verständnis nicht anregt. Die Lernenden machen dann schnell ein Ratespiel aus den Fragen. Hilfreiches Feedback beinhaltet detaillierte Erklärungen, warum eine Antwort falsch ist, ohne dabei die richtige Antwort zu verraten, sondern höchstens einen Hinweis zu geben. Es dauert sich solche Antworten auszudenken, aber es hilft den Lernenden das Gelernte wirklich nochmal zu reflektieren.

Außerdem ist es wichtig zu erklären, warum eine Antwort richtig ist, damit die Lernenden die richtige Antwort nicht aus falschen Gründen auswählen.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Produktion von effektiven Lernvideos kann in verschiedenster Weise angegangen werden – von Hollywoodfilmen bis zu Selfie-Videos. Im Folgenden haben wir ein paar wichtige Grundlagen zusammengestellt.

Kamera

Um ein professionelles und qualitatives Lernvideo zu produzieren, braucht man eine Full HD Kamera mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Man sollte auch immer sichergehen, dass genügend Speicherplatz und extra Batterien oder Akkus vorhanden sind.

Empfohlene Kameras: Canon EOS, Nikon D, Sony HDR

Videoformat

Qualitative HD Videos

  • 16:9 Fomat
  • H.264 Codec oder ähnliches
  • Empfohlen 1920 x 1080 (1080p oder 1080i), mindestens 1280 x 720 p
  • Unterstützte Dateiformate: mp4. M4v, flv, avi, ,pg, mov, etc.

Ton

In einem Lernvideo ist der Ton von besonderer Bedeutung. Man könnte sogar behaupten, dass er der wichtigste Aspekt in einer Lernvideoproduktion ist.

Hier sind ein paar Richtlinien:

  • Unbedingt ein externes Mikrofon benutzen
  • Vor der Aufnahme die Lautstärkeeinstellungen überprüfen
  • Probeaufnahmen machen und von einem Dritten Feedback einholen
  • Bei Draußenaufnahmen ist ein Mikrofon empfehlenswert, dass an die Jacke angebracht werden kann

Empfohlene Einstellung für die Aufnahme: 48 kHz und 24 bit

Licht

Wir empfehlen die Standard 3-Punkt-Beleuchtung zu nutzen. Wer lieber natürliches Licht verwenden möchte, muss nur darauf achten, dass sich die Sonne bewegt und die Lichteinstellungen sich somit ständig verändern.

3-Punkt-Beleuchtung: Hintergrundbeleuchtung, Spotlight, Aufhelllicht

Mehr Infos zum Thema:

Three Point Lighting Explained

3-Point-Lighting YouTube Tutorial 

Allgemeine Tips zur Präsentation:

Man muss sich bewusst sein, dass die Körpersprache in einem Video anders wirkt als im Vorlesungssaal.

  • Vorbereitung ist alles – am besten mit einem Skript. Was genau soll in dem Video vermittelt werden? Das Wichtige sollte in der Lektion klar zur Geltung kommen. Auswendiglernen des Skriptes und Üben hilft bei der finalen Aufnahme. Im Skript empfiehlt es sich Anfangs- und Endsätze einer Szene auszuschreiben, der Rest muss nicht ausformuliert sein. Jeder kann aber selbst entscheiden, ob er lieber mit Stichpunkten oder Fließtext arbeitet.
  • Entspannen und Lächeln – Einatmen und Ausatmen mit einem Lächeln am Ende wirkt wahre Wunder. Eine ruhige Atmung während der Aufnahme ist wichtig. Niemals den Atem anhalten und das Blinzeln nicht vergessen! Das ist wichtig, damit die Augen stets befeuchtet werden und man somit wach und fit aussieht.
  • Körpersprache – ein bisschen Bewegung ist okay, aber zu viel lässt einen nervös wirken. Die Nutzung der Hände und eine gute Intonation, um entscheidende Statements hervorzuheben, sind empfehlenswert, aber nicht zu übertreiben. Wer steht, sollte darauf achten, dass das Vor- und Zurückwippen vermieden wird. Eine bequeme Haltung erzielt man mit ca. 15cm Abstand zwischen den Füßen, einem ausbalancierten Gewicht und entspannten Schultern. Wer auf den Ballen steht, riskiert das Gleichgewicht zu verlieren. Wer während der Aufnahme sitzt, sollte sich nur leicht vorlehnen, Schultern zurücknehmen und aufrecht sitzen, ohne dabei aber zu steif auszusehen.
  • Direkter Blick in die Kamera – man sollte sich vorstellen, dass die Kamera eine Person ist, mit der man eine Konversation führt. Die Kamera sollte leicht über der Augenhöhe positioniert sein.
  • Bei Tablet Capture – da ist es, als würde man neben einem Studenten sitzen und den Lehrstoff erklären.
  • Sich Zeit nehmen – Nicht den Aufnahmeknopf drücken und sofort loslegen. Lieber 2 bis 3 Sekunden warten, denn das ist auch für die Post-Produktion einfacher.
  • Es ist ein Prozess – man sollte lieber ein paar mehr Aufnahmen machen, sich das Ganze anschauen, reflektieren und gucken, was geht und was nicht.

Basiert auf:

Wendy Scharfmann 

Die Regeln qualitativer Videoproduktion

Es gibt ein paar Regeln, um gute Videos zu produzieren. Hier sind die Basics:

  • Wissen, was man filmen will! – Die Erstellung eines Plans (Storyboard), für was man wann sagen will, ist äußerst relevant.
  • Das Objekt wird bewegt, nicht die Kamera! – Die Kamera sollte immer still gehalten werden, denn alles andere wirkt unprofessionell. Am besten eignet sich ein Stativ.
  • Am Zoom sparen! – Den Zoom nur benutzen, wenn er notwendig ist, sonst wirkt es schnell nervös. Wenn bestimmte Punkte in den Vordergrund gerückt werden sollen, kann ein Zoom von Bedeutung sein, aber der Zoom muss sitzen; lieber vorher ein paar Mal ausprobieren.
  • Jede Szene braucht ein bisschen was Extra! – Drandenken, dass jede Szene am Anfang und am Ende ungefähr 3 Sekunden Puffer bekommen sollte. Das ist für die Post-Produktion sehr empfehlenswert.
  • Jede Szene braucht Licht! – Niemals gegen das Licht filmen! Wer drinnen filmt, muss an gute Ausleuchtung denken!
  • Wer redet? – Während einer Aufnahme ist absolute Stille das A und O. Nebengeräusche können extrem nervig sein.

 

 

 

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Effective Learning Videos

Wie ich in vorherigen Posts bereits erklärt habe, geht es in einem guten Kurs um mehr als nur effektive Lernvideos. Aber das bedeutet nicht, dass qualitativer Inhalt (wie effektive Lernvideos) nicht wichtig ist. Im Prinzip können Kursinhalte durch verschiedenen Formaten vermittelt werden:

  • Videolektionen
  • Audiolektionen
  • Texte
  • Bilder
  • Diagramme
  • Infographiken etc.

Da wir zum Thema Video die meisten Fragen erhalten haben und das auch am meisten ins Budget geht, soll sich dieser Post um das Thema drehen.

Video aus einem Kapitel von Visual Thinking for Business auf iversity

Zuerst einmal bedeutet ein guter Onlinekurs nicht nur gute Vorlesungen vom Band! Sie bieten viel mehr für beide Seiten: der Dozent hat mehr Möglichkeiten und die Lernenden können mehr mitnehmen. Effektive Lernvideos unterscheiden sich von herkömmlichen Vorlesungen auf vielen Ebenen, denn ein Video zu erstellen ist etwas völlig anderes als eine Vorlesung vorzubereiten. Das ist in etwas so ähnlich wie der Unterschied ein Theaterstück aufzuführen oder einen Film zu drehen.

Eine Vorlesung zu halten, ist ein einmaliges Event. Es findet an einem festgelegten Ort (Klassenzimmer oder Vorlesungssaal) zu einer spezifischen Zeit jede Woche statt. Sobald die Vorlesung gehalten wurde, ist es aus und vorbei und man sieht es nicht noch einmal.

Im Gegensatz zu Vorlesungen, kann man effektive Lernvideos in zufälliger Reihenfolge erstellen, über einen längeren Zeitraum verteilt und an den verschiedensten Orten. Man ist nicht länger an den Vorlesungssaal oder die Tafel gebunden. Man kann mehrere Dozenten einbeziehen. Und wenn man einen Ausflug machen möchte, kann man alle seine Kursteilnehmer mitnehmen.

Es gibt auch einen Unterschied im Maßstab. Wenn man eine Vorlesung vor 400 Studenten hält, dann macht man das vor allen zur gleichen Zeit. Wenn man hingegen ein Lernvideo erstellt, baut man eine eins-zu-eins-Beziehung mit dem Lernenden auf. Man unterrichtet tausende Teilnehmer, aber jeden einzeln. Der Dozent wird somit ein individueller Tutor.

Zum Schluss kann man ein Video in der Post-Produktion nachbearbeiten. Sobald man eine Vorlesung beendet hat, kann man nichts mehr daran ändern, aber wenn man ein Video erstellt, kann man kleine Fehler korrigieren, peinliches Schweigen wegradieren und kleine Teile zusammenfügen. Außerdem kann man Animationen und visuelle Metaphern hinzufügen, um somit das Verständnis und die Retention zu erleichtern.

 

Sechs verschiedene Typen von effektiven Lernvideos

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Videomaterial für Lernvideos zu nutzen:

  • Story-based Video
  • Dokumentation
  • Studioproduktion
  • Improvisation / Low-Budget
  • Tablet Capture
  • Animation

 

Story-based Video

Eine erfundene Geschichte stellt den Lernenden in den Mittelpunkt des funktionalen Kontexts. Sich durch das Kursmaterial zu arbeiten, ist somit nicht nur ein kognitive Herausforderung, sondern auch eine emotionale Erfahrung. Dieser Ansatz ist besonders effektiv um eine Grundmotivation aufzubauen – erst recht, wenn der Lernende extrem beschäftigt ist und äußerlich kaum Motivation zeigt Kurse abzuschließen.

Auf einer Geschichte basierende Anleitung aus Agile Management auf iversity

Vor- und Nachteile

+ Emotionen erzeugen Neugierde
+ Story unterstreicht die Wichtigkeit der Thematik
– hoher Arbeitsaufwand (Skript, Produktion, etc.)
– Arbeit mit verschiedenen Schauspielern ist teuer und umfangreich
– nachträgliches Filmen von Material ist umständlich

Dokumentation

In manchen Situationen ist es vorteilhaft direkt vor Ort, draußen oder drinnen, zu filmen  – ähnlich wie bei einer Dokumentation. Die Szenerie bestimmt auch die Atmosphäre.

Draußen

Draußenaufnahme aus Social Innovation auf iverstiy

Drinnen

Innenaufnahme aus Predictive Analysis auf iversity

Vor- und Nachteile

+ es ist authentisch direkt am Ort des Geschehens zu sein
+ verschiedene Experten können an unterschiedlichen Orten aufgesucht werden, die wiederum vielseitige Perspektiven präsentieren – undenkbar in einem Klassenzimmer
– teuer (Reisekosten, Genehmigungen, etc.)
– professionelles Equipment und eine erfahrene Crew werden gebraucht
– nachträglichen Filmen von Material ist schwierig

Studioproduktion

Studioproduktionen erlauben mehr Kontrolle über die einzelnen Einstellungen. Außerdem arbeitet man in einer professionellen Umgebung, was ein qualitativ hochwertigeres Produkt zur Folge hat. Das ist besonders empfehlenswert, wenn man einen guten und erfahrenen Redner vor der Kamera hat, der den Zuschauer mit der richtigen Intonation, Mimik, Gestik und Körpersprache begeistert.

Studio mit Greenscreen und Post-Produktion

Studio mit Greenscreen und Post-Produktion aus Visual Thinking auf iversity

Schreiben auf Plexiglas

Schreiben auf Plexiglas von Prof. Frank Slomka auf YouTube

Schreiben auf echtem Papier

Schreiben auf echtem Papier aus Visual Thinking auf iversity

Vor- und Nachteile

+ hochwertiges Produkt
+ Flexibilität in der Nachbearbeitung
+ Professionelle Crew und kontrollierbare Umstände
– kann sehr steril wirken
– teuer
– nachträgliches Filmen von Material ist schwierig

 

Improvisation / Low-Budget

Dieser Ansatz ist konträr zu den vorherigen Möglichkeiten, da er weder striktes Planen noch aufwendige Ressourcen benötigt. Man könnte es auch als das Minimum Viable Product (MVP) in der Produktion von effektiven Lernvideos bezeichnen – günstig, aber wirkungsvoll! Dieses Format ist besonders empfehlenswert, wenn man schnell etwas produzieren muss oder an ein enges Budget gebunden ist.

Textanmerkungen auf Papier

Textanmerkungen auf Papier einer Textinterpretation auf YouTube

Sokratischer Dialog vor einem Whiteboard

Sokratischer Dialog vor einem Whiteboard aus SEOmoz Whiteboard Friday

Selfie Video

Selfie-Video aus Corporate Digital Learning auf iversity

Skype-Interview

Skype Interview aus Social Innovation auf iversity

Vor- und Nachteile

+ schnell und einfach zu produzieren
+ niedrige Produktionskosten
+ nachträgliches Filmen von Material ist einfach
+ authentisch
– evtl. Qualitätsprobleme (Licht, Ton, etc.)

 

Tablet Capture

Das ist ein mittlerweile sehr beliebter Weg effektive Lernvideos zu erstellen mit Hilfe eines Capturing Tools. Alles, was man dafür braucht, ist ein Computer, ein Tablet, ein am Kopf angebrachtes Mikrophon und eine Tastatur. Das Tablet kann sowohl für das Schreiben auf einer leeren Seite als auch für Anmerkungen, Skizzen auf einer Powerpointfolie, einem Bild oder einem Video genutzt werden. Dieser Weg ist besonders praktisch, wenn die Inhalte bis ins kleinste Detail erklärt werden sollen.

Tablet Capture Farbe auf Schwarz

Tablet Capture Farbe auf Schwarz von Khan Academy auf YouTube

Tablet Capture Schwarz auf unechtem Papier

Tablet Capture schwarz auf unechtem Papier aus Jörn Loviscach’s Maths videos auf YouTube

Tablet Capture mit einer eingeblendeten, unechten Hand

Tablet Capture mit eingeblendeter unechter Hand aus How to Build a Start-Up auf Udacity

Vor- und Nachteile

+ schnell, einfach und gut geeignet, um komplexe Inhalte (z.B. Mathe) zu vermitteln
+ transportiert ein eins-zu-eins-Gefühl; Dozent ist ein persönlicher Tutor
+ Produktion kann variabel unterbrochen und fortgeführt werden, da der Sprecher nicht sichtbar ist und die Videos flexibel bearbeitbare sind
+ nachträgliches Filmen von Material ist relativ einfach
– der Lernende wird nur über die Stimme angesprochen
– Handschriften können schwer zu lesen sein

 

Animationen

Animationen sind womöglich das herausforderndste Videoformat aus der Perspektive der Produktion. Zwei Dinge sind ein Muss: sowohl herausragende Kreativität als auch künstlerisches und technisches Know-how. Das tolle ist dann aber letztendlich, dass einfach alles möglich ist bei Animationen. Ein qualitatives Video kann somit Inhalte eindrücklich vermitteln, indem Audio mit visuellen Effekten bestmöglich kombiniert werden, wie zum Beispiel in einem Trailer.

Vorgezeichnete Vorlagen

Vorgezeichnete Vorlagen von simpleshow

Comic Illustrationen im Zeitraffer

Comic Illustration im Zeitraffer von RSAnimate

Digitale Animationen

Digitale Animation von Sofatutor

Kinetischer Text

Kinetischer Text von IDEO for Hackfwd

Vor- und Nachteile

+ gut gemachte Animationen können mitreißend, ansprechend und dicht bepackt mit Inhalt sein
+ bricht komplexe Inhalte herunter mit Hilfe der Kombination aus Text und visuellen Effekten
+ Videos können einfach und erheblich bearbeitet werden, da der Sprecher nicht sichtbar ist
– hoher Zeit- und Kostenaufwand
– erfordert ein hohes künstlerisches und technisches Know-How

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es verschiedene. Wege gibt effektive Lernvideos zu erstellen, die alle zum Erfolg führen können. Beim Auswählen des Ansatzes muss der Kursersteller auf verschiedene Faktoren achten: Erfahrung des Dozenten, Budget, Zeitplan, Zielgruppe …

Und wie bereits schon anfangs erwähnt, ist eine Kombination aus mehreren Formaten oftmals der bewährteste Weg.

 

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