Online Student Engagement – Unsere Formel zur Motivationssteigerung

Eines der größten Probleme beim Online Lernen ist mangelndes Engagement. Die Debatte über niedrige Kursabschlusszahlen in elearning und vielen MOOCs nimmt nicht ab. Während die, die mit dem Zeigefinger schimpfen, oft Äpfel mit Birnen vergleichen, ist es wahr, dass ein Online Student besonderer Beachtung bedarf. Online gibt es keine ungeteilte Aufmerksamkeit. Netflix und Emails sind nur ein paar Klicks entfernt. Daher haben wir stark darüber nachgedacht, was andere Medienerfahrungen so erfolgreich macht. In diesem Post beschreibe ich drei Motivationsfaktoren, die ein guter Onlinekurs bieten sollte.

 

(Emotional+Interaktiv+Sozial) * Kursdesign = Effektives Online Student Engagement

Pädagogik auf dem aktuellsten Stand der Technik, die auf Online Student Engagement abzielt, kombiniert drei wichtige Attribute der süchtig machenden Medien: Filme oder Serien, Videospiele und soziale Netzwerke. Um Lernende zu motivieren und sie am Ball zu halten, müssen Onlinekurse eine emotionale, interaktive und soziale Erfahrung sein. Wir kombinieren Storytelling, das einen persönlichen Identifizierungsfaktor hat, mit, was wir als partizipative Pädagogik bezeichnen: aktives Engagement von Lernenden durch herausfordernde Aufgaben und ein Fokus auf Partnerarbeiten und gegenseitiges Feedback. Unser Instructional Design zielt darauf ab die drei wichtigsten Motivationsfaktoren zu kombinieren und so die Lernenden zu ambitionieren.

 

Emotionen (auf Geschichten basierende Anleitungen)

Emotionales Storytelling ist mehr als nur Spaß. Inhalte in traditionellen Vorlesungen waren typischerweise sehr logisch gegliedert. Studenten waren somit vom Dozenten abhängig und mussten die Veranstaltungen permanent besuchen, um die Prüfung am Ende zu bestehen.

In der Online Bildung kann man nicht ständig mit der Aufmerksamkeit der Lernenden rechnen. Deswegen haben wir uns Gedanken gemacht, wie man das Interesse aufrecht erhält. Demnach ist es keine gute Idee einen Kurs mit vielen Definitionen zu starten. Man muss Menschen einbeziehen. In einem Sicherheitsstraining kann ich am Anfang die Regeln nennen und sagen: „Lernen Sie alles auswendig“. Oder ich erfinde ein Szenario, in dem der Lernende der Held der Story wird: „Eine Katastrophe rollt auf uns zu. Sie sind der Einzige, der sie aufhalten kann … und diese Regeln können Ihnen dabei helfen“. Das ist doch ein viel interessanterer Ansatz, oder?! Geschichten erzeugen Emotionen in Menschen.

 

Aktive Teilnahme (Partizipative Pädagogik)

Partizipative Pädagogik (oder auch Mitmach-Lernen) bedeutet eine aktive Rolle im Lernprozess zu übernehmen. Wenn man sich das Bild oben anschaut, sieht man, wie das Kind im weißen T-Shirt beim Computerspielen aktiv engagiert ist. Er lehnt sich nach vorn und seine Mimik und Gestik spricht Bände. Er ist alles andere als gelangweilt. Das ist die Art von Einstellung, die ein Onlinekurs hervorrufen sollte. Die Lernenden sollten auf der Stuhlkante sitzen und was wir „Lean Forward Learning“ nennen, betreiben. Es ist das Gegenteil von einem konsumorientierten Ansatz, in dem sich alles ums Lesen und weiterklicken dreht. Das wiederum nennen wir „Lean Back Learning“. Selbstverständlich kann ein Kurs beide Seiten haben, aber es ist wichtig, dass die erste präsenter ist. „Lean Forward Learning“ ist auch ein Bestandteil unseres Prinzips „Assessment for Learning“, das ich in einem anderen Post über aktives Online Lernen noch weiter erklären werde.

 

Soziales Feedback (Nutzerinteraktion)

Wie ich gerade erklärt habe, ist das Kind, das Computer spielt, äußerst engagiert. Ein Grund ist sicherlich der Fakt, dass er eine aktive Rolle in dem Spiel hat. Ein weiterer Grund jedoch ist, dass ein anderer zuschaut. Das macht soziale Netzwerke so erfolgreich. Der Grund, weshalb Menschen auf Facebook oder Instagram Beiträge und Fotos posten, ist, weil es angesehen und darauf reagiert wird. Menschen sind soziale Tiere. Mit positivem Feedback blühen wir auf und wir lieben Herausforderungen. Sich gut anzustellen, macht mehr Spaß, wenn andere zugucken. Daher ist direktes Feedback von anderen ein wichtiger Motivationsfaktor im Lernprozess. Wir bauen damit ein virtuelle „Campuserfahrung“ um die „Vorlesungserfahrung“ des passiven Inhaltkonsums – eine Erfahrung, die Nutzerinteraktion erleichtert und es ermöglicht Fragen zu stellen, Ergebnisse zu teilen und Study Buddies zu werden.

 

Wenn all diese Elemente Hand-in-Hand gehen, werden die Zahlen für Online Student Engagement weit über elearning und MOOC Kursabschlusszahlen liegen. Denn, wenn man es richtig macht, lieben Menschen das Lernen auch.

 

 

This post is also available in: English (Englisch)