Die drei Kernelemente des Lernprozesses

 

Wie ich bereits in meinem Beitrag über den Aufbau von Unterricht erklärt habe, ist qualitativer Inhalt nur der Ausgangspunkt beim Lernen. Ein effektives Instructional Design beinhaltet auch eine aktive Teilnahme mit herausfordernden Aufgaben in einer Gruppe von Peers. Nur, wenn man diese drei Elemente miteinander verbindet, kann man sichergehen, dass die Lernenden ihr Ziel auch erreichen: vertiefte Lernresultate.

Wir bei iversity nennen die Elemente, die zusammen einen effektiven Lernprozess darstellen, die drei Kernelemente: Inhalt, Kontext, Community.

Drei Elemente bilden den Lernprozess

Inhalt: Der Vorteil eines gut aufgebauten Onlinekurses, ist das breite Angebot an Multimediaelementen –  von Video und Audio, über Texte, Bilder, Graphiken, Illustrationen zu selbst Comics. Qualität ist der Schlüssel. Das bedeutet allerdings nicht, dass alles hochpoliert sein muss. Manchmal kann etwas einfaches aber authentisches genauso gut oder sogar besser zum Lernprozess beitragen (wie zum Beispiel eine Seite aus einem Notizbuch oder ein paar Schnappschüsse aus dem Alltag, die einen theoretischen Punkt anhand von alltäglichen Beispielen illustrieren). Am wichtigsten ist es, dass sich die Elemente gut ergänzen und zusammen eine Geschichte erzählen. Mehr dazu gibt es in einem anderen Beitrag über das Erzählen von Geschichten in Online Bildung.

Kontext: Die zweite Grundsäule bildet der Kontext. Dieser sorgt oft für Verwirrung, da er nicht so offensichtlich ist wie die beiden anderen Elemente. Kontext bezieht sich auf die Aufgaben. Warum Kontext? Weil Aufgaben den Lernenden dazu bringen das erlernte Wissen in verschiedensten Zusammenhängen anzuwenden. Wenn man zum Beispiel an einem Fallbeispiel arbeitet, muss man das Wissen nutzen, das man durch vorher bearbeitete Kontextaufgaben gewonnen hat, um so fiktive oder reale Probleme zu lösen.

Community: Während einige wenige Autodidaktiker gut darin sind sich selbst weiterzubilden, finden es die meisten von uns leichter mit anderen zu lernen. Deswegen stellt iversity das soziale Lernen in den Vordergrund. Sowohl die Plattform als auch der Aufbau der Kurse streben das Pflegen von nachhaltigen Interaktionen zwischen den Lernenden an. Die Community bietet die Informationen, Inspiration, das Feedback und die Motivation, die oft ausschlaggebend sind für effektives Lernen.

Die Schnittmenge = traditionelle Lernkonzepte

Die Überschneidung der drei Kernelemente repräsentiert die traditionellen Lernkonzepte, die an Universitäten vorkommen: Selbststudium mit einem Lehrbuch bietet Inhalt und Aufgaben, Tutorien bringen Studenten zusammen, um gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten und in Seminaren wird der Unterrichtsstoff diskutiert.

Dieses Gesamtkonzept zum Unterrichtsaufbau, dem Instructional Design, das alle drei Kernelemente des Lernprozesses vereinigt, ermöglicht unseren Kursen die komplette Bandbreite der Bloomschen Taxonomie abzudecken. (Was das genau bedeutet und warum es für das Lernen, Verstehen und Anwenden wichtig ist, erkläre ich in meinem nächsten Beitrag.)

P.S. Dieses Model basiert auf William Rankin, der seine Idee ausführlicher in Dimensionen des produktiven, formellen Lernens erklärt.

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