Januar 2017

 

Wie ich bereits in meinem Beitrag über den Aufbau von Unterricht erklärt habe, ist qualitativer Inhalt nur der Ausgangspunkt beim Lernen. Ein effektives Instructional Design beinhaltet auch eine aktive Teilnahme mit herausfordernden Aufgaben in einer Gruppe von Peers. Nur, wenn man diese drei Elemente miteinander verbindet, kann man sichergehen, dass die Lernenden ihr Ziel auch erreichen: vertiefte Lernresultate.

Wir bei iversity nennen die Elemente, die zusammen einen effektiven Lernprozess darstellen, die drei Kernelemente: Inhalt, Kontext, Community.

Drei Elemente bilden den Lernprozess

Inhalt: Der Vorteil eines gut aufgebauten Onlinekurses, ist das breite Angebot an Multimediaelementen –  von Video und Audio, über Texte, Bilder, Graphiken, Illustrationen zu selbst Comics. Qualität ist der Schlüssel. Das bedeutet allerdings nicht, dass alles hochpoliert sein muss. Manchmal kann etwas einfaches aber authentisches genauso gut oder sogar besser zum Lernprozess beitragen (wie zum Beispiel eine Seite aus einem Notizbuch oder ein paar Schnappschüsse aus dem Alltag, die einen theoretischen Punkt anhand von alltäglichen Beispielen illustrieren). Am wichtigsten ist es, dass sich die Elemente gut ergänzen und zusammen eine Geschichte erzählen. Mehr dazu gibt es in einem anderen Beitrag über das Erzählen von Geschichten in Online Bildung.

Kontext: Die zweite Grundsäule bildet der Kontext. Dieser sorgt oft für Verwirrung, da er nicht so offensichtlich ist wie die beiden anderen Elemente. Kontext bezieht sich auf die Aufgaben. Warum Kontext? Weil Aufgaben den Lernenden dazu bringen das erlernte Wissen in verschiedensten Zusammenhängen anzuwenden. Wenn man zum Beispiel an einem Fallbeispiel arbeitet, muss man das Wissen nutzen, das man durch vorher bearbeitete Kontextaufgaben gewonnen hat, um so fiktive oder reale Probleme zu lösen.

Community: Während einige wenige Autodidaktiker gut darin sind sich selbst weiterzubilden, finden es die meisten von uns leichter mit anderen zu lernen. Deswegen stellt iversity das soziale Lernen in den Vordergrund. Sowohl die Plattform als auch der Aufbau der Kurse streben das Pflegen von nachhaltigen Interaktionen zwischen den Lernenden an. Die Community bietet die Informationen, Inspiration, das Feedback und die Motivation, die oft ausschlaggebend sind für effektives Lernen.

Die Schnittmenge = traditionelle Lernkonzepte

Die Überschneidung der drei Kernelemente repräsentiert die traditionellen Lernkonzepte, die an Universitäten vorkommen: Selbststudium mit einem Lehrbuch bietet Inhalt und Aufgaben, Tutorien bringen Studenten zusammen, um gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten und in Seminaren wird der Unterrichtsstoff diskutiert.

Dieses Gesamtkonzept zum Unterrichtsaufbau, dem Instructional Design, das alle drei Kernelemente des Lernprozesses vereinigt, ermöglicht unseren Kursen die komplette Bandbreite der Bloomschen Taxonomie abzudecken. (Was das genau bedeutet und warum es für das Lernen, Verstehen und Anwenden wichtig ist, erkläre ich in meinem nächsten Beitrag.)

P.S. Dieses Model basiert auf William Rankin, der seine Idee ausführlicher in Dimensionen des produktiven, formellen Lernens erklärt.

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Für nachhaltige Online-Bildung bedarf es einem effektiven Instructional Design. E-learning gibt es bereits seit zwei Jahrzehnten und in dieser Zeit hat es keinen guten Ruf gewinnen können. Wenn ich Leuten erzähle, dass ich im Bereich Online-Bildung arbeite, sind die meisten davon wenig begeistert. Mitarbeiter aus der Unternehmenswelt erzählen mir häufig von ihren Erfahrungen mit Compliance Lernprogrammen, die sie über sich ergehen lassen müssen. „28-mal auf ‘weiter’ klicken, ein paar Multiple Choice Fragen und das war’s auch schon.“ Das Problem dabei ist vor allem, dass beim Durcharbeiten von Inhalten und Aufgaben ohne wirkliche Herausforderungen – und dazu auch noch in Isolation – meistens nur wenig Freude aufkommt. Deshalb brauchen wir ein innovatives Instructional Design für effektive Online-Bildung!

Unser didaktischer Ansatz – effektives Instructional Design

Im Vergleich zu anderen E-Learning-Lösungen, die nur Inhalte vermitteln, verstehen wir bei iversity Lernen als einen aktiven, sozialen Prozess. Bildungs-Vordenker David A. Wiley hat dies einmal in einem Aufsatz schön Prägnant auf den Punkt gebracht: „Wenn wiederverwendbare Inhalte von hoher Qualität alles wären, was für die Unterstützung von Lernen nötig wäre, hätten sich Bibliotheken niemals zu Universitäten entwickelt. Dies gilt vor allem beim Erlernen von Fähigkeiten höherer Ordnung.“

 

Neben hochqualitativen und multimedialen Lernmaterialien, versuchen wir mit unserem Instructional Design herausfordernde, ergebnisoffene Aufgaben mit einer Reihe von Möglichkeiten für Lernende zu kombinieren, die es erlauben, miteinander zu interagieren und mit- und voneinander zu lernen – durch Features wie das Learning Journal, das Diskussionsforum und Projektarbeiten. Lernende erlangen somit nicht bloß Wissen, das es ihnen ermöglicht bestimmte Themen zu verstehen, sondern sie müssen dies auch auf verschiedene Kontexte anwenden, wobei sie eigene Arbeiten anfertigen und die Arbeiten anderer analysieren und bewerten. Der pädagogische Vorteil des Instructional Designs ergibt sich daraus, dass sie alle Schritte der Bloomschen Taxonomie abdeckt und dabei Lernenden erlaubt, Lernergebnisse zu erreichen, die sie nicht durch traditionelle Corporate E-Learning Formate, wie etwa Web-Based Trainings (WBTs), erreichen könnten. Dies werde ich in einem späteren Post genauer erläutern.

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Das Jahr 2017 hat begonnen und bringt frischen Neujahrswind in den iversity Blog. Nach einer längeren Schreibpause haben wir uns dazu entschieden, ihm einen neuen Fokus zu geben, getreu unserem ebenfalls neuen Motto: <<Love to Learn. Online.>> Und – wer hätte es gedacht? – von nun an dreht sich alles um eine online Lernerfahrung, die du lieben wirst.

In der Vergangenheit handelten unsere Posts von allen möglichen Aspekten der Online-Lehre und unserer Kursinhalte. Das hatte zur Folge, dass der Blog zwar lesetechnisch für jeden etwas zu bieten hatte, ihm aber ein bestimmtes Ziel vor Augen fehlte. Deshalb wollen wir ab sofort einen zweiten, fokussierteren Anlauf nehmen – getreu unserem neuen Anspruch <<Love to Learn. Online.>> Mit jedem neuen Post werden wir der Antwort auf die Frage, was unsere Online-Kurse eigentlich zu einer so besonderen Lernerfahrung macht, ein Stückchen näherkommen.

 

 

In den letzten fünf Jahren bin ich durch die halbe Welt gereist, um mehr über die Zukunft des Lernens erfahren. Dazu habe ich dutzende Konferenzen in über zehn Ländern und auf drei verschiedenen Kontinenten besucht. Jetzt kann ich aus dem Wissen und den Erfahrungen, die ich in dieser Zeit gesammelt habe, schöpfen und das Wichtigste in unserem Blog zusammenfassen. Als weitere Quelle für die Blogeinträge dient mir das Buch „Die Universität im einundzwanzigsten Jahrhundert”, das ich zusammen mit Yehuda Elkana geschrieben und 2012 veröffentlicht habe.

Wirf doch einmal einen Blick in die folgende Präsentation, die ich im November 2016 bei der TEGEP Summit in Istanbul gehalten habe. Sie wird dir dabei helfen, einen ersten Eindruck in die Themen zu gewinnen, die im Laufe der nächsten Wochen und im Rahmen der Blogeinträge tiefergehend behandelt werden sollen.

Hab Spaß an den Inhalten und am Lernen und werde Teil von iversity

Die Inhalte der Posts reichen von den Grundlagen unserer Didaktik und den Methoden bei der Kursproduktion über die Features auf unserer Plattform und unsere UX-Philosophie, bis hin zu Kursfallstudien, Gastbeiträgen von Experten und Interviews mit Kursleitern und Mitgliedern des iversity Teams.

Wir wollen mit unseren Lernenden, Dozierenden, L&D Experten, Bloggern, Lernpsychologen und anderen Lernforschern in einen wechselseitigen Dialog treten, der für alle von Nutzen ist. Egal ob du bereits Kurse bei uns belegst (und sie hoffentlich liebst) oder gerade erst auf unsere Plattform gestoßen bist: Wir benötigen deine Hilfe, um Online-Kurse zu erstellen, die dir auch wirklich gefallen. Schreibe uns einen Kommentar oder schicke uns eine E-mail, wenn du einen Gedanken oder eine Idee mit uns teilen möchtest.

Mit anderen Worten: Wir wollen diesen Blog zu einer der besten und nützlichsten Quellen für unterhaltsame Online-Lehre überhaupt machen. Und wo wir grade bei „teilen“ sind: Wir würden uns wahnsinnig darüber freuen, wenn du unsere Posts und die Einblicke, die du durch sie zum Thema Online-Bildung gewonnen hast, innerhalb deines Netzwerks teilst. Entweder per E-mail, in sozialen Netzwerken (wie zum Beispiel LinkedIn) oder in der Kaffeepause.

Gerne kannst du uns auch Vorschläge für neue Posts an blog@iversity.org schicken. Wir freuen uns, bald von dir zu hören!

Hannes Klöpper & das iversity Team

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